Hallo allerseits aus Hoi An, einer wirklich putzigen kleinen alten Stadt im suedlichen Zentralvietnam. Hier ist es deshalb schon so schoen, weil wir endlich ueber 20 Grad haben.
In Hanoi waren wir nach dem Halong-Regen-Trip noch unterwegs in der Stadt auf der Suche nach all den tollen erzkommunistischen Sightseeing-Monumenten, die geboten werden. In Anbetracht der Tatsache, dass der Onkel Ho schon ein, zwei Jahre tot ist, wird noch ordentlicher Tamtam um ihn gemacht. Ueberall laechelt er mit allerhand freudig der Arbeit entgegensehenden Arbeitern und Genossinnen von bunten Plakaten zu den Buergern hinunter, zumal heute auch noch der 59. Geburtstag des vietnamesischen Komunismus zu sein scheint. Dann hat der alte Schwede Ho aber auch noch ein gar praechtiges Grabmal bekommen, in der er leider trotzdem recht unfreiwillig ruht. Ein riesiges Mausoleum mit einer “frisch”gehaltenen Leiche, deren letzter Wunsch eigentlich die Einaescherung und Verstreuung in alle Himmelsrichtungen war, wird dann auch durch hohe Instandhaltungskosten und Rund-um-die-Uhr-Bewachung nicht schoener. Dort gab es ein Linie, die man offenbar nicht uebertreten durfte, denn ein eigens dazu eingesetzter Offizier wetzte sonst gleich die Schiri-Pfeiffe und rief fiese Sachen. Sehr lustig. Und: neben wirklich schoenen alten Tempeln wie aus dem Fernsehen stehen die monumentalsten Proll-Protz-Kommunismus-Bauten, da lacht das Herz.
Uebrigens - in Vietnam sollte jede Frau einen schier unerschoepflichen Vorrat an Taschentuechern dabei haben, denn die Maedels stehen nicht so auf Klopapier. Die stehen aber leider offenbar auch nicht so auf saubere Toiletten oder haben eine Toptechnik, so dass sie nie etwas beruehren muessen. Man weiss es nicht.
Danach sind wir mit dem Nachtzug eingefercht mit zwei, zum Glueck nicht schnarchenden, Englaendern. Die “Western Toilet” verfuegte sogar ueber Toilettenpapier, allerdings gab es im Abteil auch eine Maus. Deren Haustuer mussten wir dann leider mit Sagrotan-Tuechern verstopfen, um unsere Nachtruhe zu gewaehrleisten. Nun ja. Erstaunlicherweise schlaeft man tatsaechlich einigermassen gut da drin.
In Hue regnete es dann nicht mal - NEIN! - es schuettete aus Eimern! Die anschliessenden Hotel-Umquartierung wegen Wasserschaden war dann nicht mal mehr schlimm, nachdem wir 2,5 km mit Marschgepaeck durch die Stadt gelatscht waren. Das Zimmer war echt gross und sauber. Nachmittags sind wir trotz anhaltendem Regen sogar tapfer in die dortige Zitadelle mit verbotener Stadt und allerhand Palaesten gegangen. Das waere sicher auch bei schoenem Wetter netter gewesen. Gar nicht nett fanden wir die angeketteten Elefanten, die etwa 1m Bewegungsradius hatten. Insgesamt haelt man hier nix von Tierschutz, gar nicht schoen.
Nun sind wir in Hoi An angekommen, waren schon in der Stadt und sind hell begeistert. Wirklich sehr schoen hier - ueberall Laternen, Kleiderlaeden, Leute mit Hueten, Maerkte mit allen Arten von Gemuese, Obst und Kraeutern…einfach wie aus dem Reisebilderbuch. Habe auch schon unser erstes Souvenir zerdeppert, ein Teeservice - in Anbetracht der Preise hier kann ich mir sogar den unmittelbaren Ersatz erlauben. :Leider haben wir die naechste Tagesreise etwas unterschaetzt, eben stellte sich dann heraus, dass es sich um 530 km handelt. Bedauerlicherweise hatte ich ca. 2-3 Stunden eingeplant, was ja nun hier eher 9-10 Stunden werden koennen. Was solls.
Noch ein paar neue Erkenntnisse ueber Land und bisher gemachte Erfahrungen:
1. Man sollte als Maedchen immer Handdesinfektionsmittel und Taschentuecher dabei haben.
2. Die Leute hier putzen sich nie die Nase sondern rotzen einfach auf den Boden, und das sehr geraeuschvoll.
3. Die heiraten alle sehr jung, unser letzter Hotel-Lobby-Junge war 21 und hatte eine 5 jaehrige Tochter.
4. Zugfahren klappt gut, allerdings darf man auch hier nicht zu zimperlich sein.
5. Zimperlich sein und Angst vor Dreck haben, geht hier gar nicht. Alles ist irgendwie dreckig.
6. Es gibt hier keine Schuhe in Groesse 11 oder mehr.
So, jetzt gehts zurueck zum Shopping!
Und da ist es wieder! Seit schier unendlichen Zeiten mal wieder ein Urlaubsbericht - diesmal aus Asien, genauer aus Vietnam. Hier sitzen wir jetzt bei unserem Gratisinternet und freuen uns auf das grosse Bett und das kalte Saigon-Bier. Waren bereits am ersten Abend am Hoan Kiem See ganz in der Naehe, wo gleich auffiel, dass der Reisefuehrer nicht unbedingt recht hat damit, dass man sich in der Oeffentlichkeit nicht anfassen sollte als Paerchen. Da sassen naemlich einfach nur alle 3 Meter sehr inniglich schmusende Leute und bewunderten die leuchtenden Lampions und die Kitsch-Rot-illuminierte Pagode im See. Dann am naechsten Morgen ging es los in die Halong Bucht und dort auf eine Dschunke, also ein Boot aus Holz im KungFu Film Drachen-Style. Richtig nett mit Liegen auf dem Dach. Das einzige Problem dabei und auch spaeter auf der traumhaft tollen Privatinsel mit Strandhuetten war - das Wetter. 15 Grad ist einfach nicht schoen wenn man a) im Urlaub ist, weil es daheim zu kalt ist b) man dies in Asien nicht erwartet und c) man relativ ungeschuetzt auf einem Boot faehrt. Das Seafood Mahl, das man uns auftischte, war dafuer gigantisch. Mein erster Krebs, der mich auch sehr traurig aus seinen grossen Augen anschaute, war zwar lecker aber auf Grund der innigen Beziehung zwischen uns auch sicher mein letzter. Dann riesige King-Prawns, Fischfilet, Gemuese, Reis, Obst…und und und. Dann machten wir eine Kayaktour, die wirklich sehr nett war. So mit unter riesigen Felsen durchpaddeln und so. Doof ist halt, dass die Luftfeuchtigkeit immens hoch ist und es so immer diesig oder gar nebelig ist. Nachher waren wir eben auf dieser bei Sonnenschein sicher sehr tollen privaten Insel, aber bei dem ueblen Wind und der Grabeskaelte war einem nicht wirklich nach Strand. Unser Guide sagte nur ” at least it is not raining”. Haha. Am naechsten Tag tat es das aber, als wir unsere Mountain-Bike Tour in Cat Ba starten wollten. Sehr witzig. Aber: ich musste einsehen, dass pitschnass sein gar nicht so schlecht war, weil es einfach nur supersteil den Berg hochging. Und als wir dann nach einer Fahrt durch die absolute Vietnam wie-im-Film-Landschaft mit Mangrovenwaeldern und sehr suspekt knisternden Hochspannungsleitungen in einer kleinen Spelunke abstiegen, wo es wieder mal so was von leckeres Essen gab, war der Tag trotz Regenwetter echt aussergewoehnlich und gelungen. Vorher hatte uns der Guide noch durch eine typisch vietnamesische Markthalle gefuehrt. 90% der dort angebotenen Gewuerze und Nahrungsmittel hatten wir noch nie gesehen. Und in einem Aquarium vor einem Restaurant schwammen beinahe urzeitliche Riesenkrabben, die man dann verspeisen konnte. Echt krass. Jetzt sind wir wieder nach einem langen Spaziergang durch Hanoi im Hotel abgekommen, haben heute echt ein tolles Zimmer mit echter Dusche und sogar Dachterrasse. Echte Dusche deshalb, weil man hier aus Platzgruenden die Dusche praktisch direkt oberhalb des Klos anbringt. Duschvorhang braucht niemand. Ha! Einige Dinge haben wir schon ueber dieses Land erfahren koennen.
1. Keine separate Dusche, eine Klodusche quasi, wie gesagt.
2. Haeuser koennen trotz einer Breite von gerademal 4 Metern auch 6 Stockwerke haben.
3. Die essen wirklich Hunde aber keine deutschen Schaeferhunde, weil denen ihr Fleisch nix schmeckt.
4. Die Leute tragen wirklich diese runden Huete und tragen diese Joch-Wagschalen durch die Gegend.
5. Es gibt fuer jedes Produkt eine ganze Strasse, in der nichts anderes verkauft wird. Wir wohnen in der Holzleiterstrasse.
6. Einen Mundschutz tragen hier beinahe alle, in allen Farben und Mustern.
7. Facebook wird hier offensichtlich geblockt, und sagen duerfen die Leute hier auch nicht das, was sie wollen.
8. Wer keinen Koriander oder Knoblauch mag, der bleibt besser weg.
So, morgen haben wir einen Tag in der Stadt und fahren abends mit dem Nachtzug weiter in den Sueden. Ich hoffe sehr, dass das Wetter uns nicht verfolgt. Mir reichts mit dem Regen naemlich echt.
Weiter gehts, wenns weiter geht.
Es ist wieder soweit! Morgen fahren wir auf den schwarzen Kontinent…zuerst einige Tage nach Kapstadt. Dort werden wir meine Patentante Almut besuchen, einige Must-Sees besuchen (wenn das Wetter mitspielt, aber bisher haben die eine Hitzewelle) und auch was Abgefahrenes unternehmen: in der Annahme, dass die Almut mir beipflichtet, dass Hai-Käfig-Tauchen, was der Jan ja so toll findet, ein totales Unding ist, hab ich ihr davon erzählt. Schwups, bucht die doch eine Shark-Diving-Safari. Vielleicht muss ich ja nicht mit in den Käfig, und hoffentlich hat der Jan danach noch alle Gliedmaßen…
Dann gehts nach Windhoek zurück - die Hauptstadt von Namibia. Von dort aus fahren wir mit einem 4×4Auto durchs Land - zunächst nach Norden über den Waterberg in die Etosha-Pfanne, wo wir hoffentlich auch in der Regenzeit ein paar Tiere sehen werden. Dann gehts rüber zur Skeleton-Coast, runter nach Walvisbay, wo wir Robert und Steffi besuchen, die ich noch vom letzten Mal Kapstadt kenne. Da machen wir allerhand Touri-Sachen: mit einem Quadbike durch die Dünen heizen, eine Bootstour und vielleicht nochmal ein Fährtchen in die Wüste mit Sand-Skiing…mal schauen!
Danach fahren wir noch weiter in den Süden und schauen uns die höchsten Dünen der Welt an. Danach gönnen wir uns mal eine Camping-freie Nacht, und dann gibts nochmal einen kurzen Aufenthalt in Windhoek, bevor wir weiter auf die Farm von Roberts Familie fahren.
Hoffentlich fallen wir keinen Straßenräubern in die Hände! Falls nicht, dann gibts in 3 Wochen schön Bilder!
Schon ist wieder der 31. Dezember - gleich ist es 12 Uhr, Mitternacht, eine veränderte Stelle im Datum wohl nur. Aber dennoch, 1 Jahr ist seit dem letzten Mal 0:00Uhr 31.Dezember vergangen - und für mich hat sich in diesem Zeitraum enorm viel getan.
Letztes Jahr saß ich gemütlich mit Freunden zusammen und bin gemütlich hoch zum Kirchhainer Kirchplatz gelaufen bei dickem Nebel. Da ahnte ich wohl schon, was mich im nächsten Jahr erwartet - ab sofort wollte ich mich ja examenslerntechnisch in der Bibliothek einschließen. Was ich ja dann auch getan habe.
Über 3 Monate lang fuhr ich jeden Tag brav in aller Frühe mit dem Zug nach Marburg in die Bibliothek, bis nachmittags hieß es lernen und stupide Fragen kreuzen, am Wochenende und abends musste zu Hause gelernt werden. Das war schon eine disziplinierte Zeit, fast schon so wie Arbeit. Der Jan hatte mehr als einmal ein Häuflein Elend zu Hause zu betreuen. Der Druck staute sich beinahe unmenschlich an bis zum schritlichen Examen im April, entlud sich dann als alles besser als befürchtet lief. Wir gönnten uns einen Kurztrip nach Venedig, was sehr schön war.
Dann das mündliche Examen - bis dahin durchlief ich nochmal einen echten Horrortrip, da das Ausschluß-Wissen, das für die schriftliche Multiple Choice Prüfung wichtig und richtig war, für eine mündlichen Vortrag ja wieder gar nicht geeignet war. Wieder hatte ich das Gefühl “ich weiß nichts!”. Der Psychoterror ist der Preis für das Examen - auch das ging natürlich rum und lief prima - die Nerven lagen blank, aber alles wurde gut. 6 Jahre Studium gingen am 10. Juni 2008 vorüber, meine Mitprüflinge und ich waren danach überglücklich, fassungslos. Ganz schnell verpufft das Gefühl, als wäre das letzte halbe Jahr, als wären die letzten Jahre mit all den Prüfungen und Lernphasen gar nicht gewesen.
Danach gönnten wir uns wieder einen Belohnungsurlaub - diesmal fuhren wir nach Südengland. Wir starteten in London und fuhren dann mit dem Auto bis nach Cornwall und dann an der Südküste zurück. Wieder ein sehr schöner aber kurzer Trip!
Eine Million Versicherungsinformationgespräche später gings dann aber auch schon mit Arbeiten los - bereits vor dem mündlichen Examen hatte ich mich in Frankenberg beworben - erfolgreich!
Also startete ich am 01. August ins Berufsleben. Tja, und da hab ich 90% meiner Zeit seitdem verbracht. Dazwischen gabs noch 2 kurze Trips, einmal nach Sylt, wo mir allerdings die Erholung noch nicht so richtig gelingen wollte. Das Abschalten und nicht mehr an die Klinik Denken war mir da irgendwie noch nicht möglich. Im Dezember fuhren dann Jan und ich aber noch einmal ins Zillertal Skifahren, und diesmal klappte das Urlaubmachen ganz hervorragend! Zwar waren es in diesem Jahr immer nur ganz kurze Verschnaufpausen, aber ohne geht es bei uns einfach nicht.
Die Arbeit ist viel, am Anfang war ich sehr unsicher…langsam gewöhne ich mich an Verantwortung. Ich bin oft erschöpft, meine Sozialkontakte leiden enorm, ich bin zu nicht viel zu gebrauchen. Aber Schritt für Schritt kann ich mit einem freien Tag pro Woche auch leben. Und damit werd ich hoffentlich auch bald wieder ein bisschen mehr weggehen können.
Für das nächste Jahr ist erstmal wieder eine Welt-Expidition, diesmal nach Afrika, geplant. Im März fahren Jan und ich nach Südafrika und Namibia. Gesetzt den Fall, dass wir heil wieder nach Hause kommen, wird sich sonst im nächsten Jahr erstmal nichts zutragen, allenfalls eine kleine räumliche Veränderung innerhalb Kirchhains. Und noch so ein, zwei kleine Trips durch die Weltgeschichte…
Hey da draussen - ich weiß, ich hab 2 Monate Ruhe gegeben. Es wird wahrscheinlich dennoch niemandem entgangen sein, dass ich mein Examen doch geschafft habe. Mehr oder weniger gleichzeitig hab ich dann meinen ersten Job klar gemacht - in der Inneren in einer kleinen hessischen Klinik am Waldrand.
Ja, und da arbeite ich jetzt seit 3 Wochen - und ich lebe noch. Zwar nur knapp, aber ich lebe. Die 50 Stunden Woche schaffe ich, aber nur, wenn man die Fahrzeit von 1 Stunde täglich dazu rechnet. Ich bin täglich also fast 12 Stunden aus dem Haus um die Brötchen zu verdienen.
Meine Kollegen sind alle sehr nett, die Arbeit ist für mich zu schaffen, auch wenn ich natürlich noch sehr lange für alles brauche. Briefe müssen diktiert, Medikamente verordnet, Patienten untersucht werden. Dafür brauch ich total lange, bin total unsicher bei allem. Meine Kollegin ist schwanger, deshalb bleibt alles, was mit Blut zu tun hat, an mir hängen. Das kostet zwar buchstäblich Stunden, aber es hat 2 Vorteile: 1. ich lerns. 2. ich sehe morgends schon einmal alle Patienten und kriege es auch mit, wenn es jemandem schlecht geht.
Abends bin ich meistens völlig unfähig, noch irgendwas anderes zu unternehmen. Da steht dann die Nahrungsaufnahme im Vordergrund, da ich mittags nur schnell ein Brot essen kann - wenn überhaupt. Und dann macht Essen am Abend einen schon recht glücklich! Sport…naja, mich machts im Moment nicht glücklich! Aber ich bin ja wieder angemeldet, um Hüften abzuhobeln. Da muss ich mich also demnächst wieder mehr zu aufrappeln.
Nächste Woche hab ich meinen ersten Spätdienst, also das 1. Mal den Pieper. Wenn dann ein Herzinfarkt ankommt, dann isser mir. Und im September hab ich dann auch den ersten Wochenenddienst - da bin ich dann weitgehend allein. Aber bis dahin isses ja noch ein bisschen hin.
Ja, so stehen die Aktien. Nix mehr los mit mir also - aber da ja auch die Doktorarbeit nicht karnickelmäßig aus dem Hut hüpfen wird, muss ich halt einfach mal zufrieden sein. Urlaubswünsche für Oktober durfte ich auch schon äußern, da hab ich ja dann das erste Ziel im Auge!