Nini’s Welt

Auf nach Brügge!

Da ich gute Gründe habe, mich hier seltenst blicken zu lassen in letzter Zeit, ist es auch ok, wenn ich nur eine kurze Statusnotiz dalasse. Die finale Schlachtung steht unmittelbar bevor, die Baldrian-Dosis wird täglich erhöht. Mein Lerntempo fällt täglich weiter ab, weil die Luft einfach raus ist.
Die schriftliche Prüfung war ja zum Glück gut, aber mündliche Prüfungen fand ich schon immer viel schlimmer. Mir geht echt schon so richtig die Pumpe. Das richtige Outfit habe ich zum Glück schon, gleich mehrere davon - man muss ja langsam auch mal ne anständige Garderobe haben. So mit Blazer, Stöckelschuhen…solche Sachen halt. Nützt mir leider in der Prüfung auch nicht viel mehr als dazu, dass 1. die Prüfer mich nicht für respektlos halten und 2. mein Prüfungspatient mich vielleicht nicht mit “Schwester” oder “Fräulein” anspricht. Könnte dabei helfen, meinem Anliegen, einer wirklich KOMPLETTEN körperlichen Untersuchung, Nachdruck zu verleihen.
Nun, jedenfalls werde ich, sobald irgendwas passiert ist, natürlich umgehend hier verlauten lassen, ob ich nun a) auswandere oder b) erstmal ne Runde bunte Pillen für alle schmeiße.
Da ich ja das Haus nur selten und wenn dann nur für Einkäufe, die Bibliothek oder das Geburtsphantom verlasse, ist es um meine Sozialkontakte ja auch nicht mehr so gut bestellt. Jedoch schaffte ich es gestern, mal für 2 Stunden nicht zu lernen und auch fast nicht dran zu denken, denn wir waren im Kino. “Brügge sehen…und sterben?” lief im B-Kino in Marburg, was nur daran liegen kann, dass die breite Masse der Kinogänger scheinbar nix mit Slapstick wie in “Snatch” anzufangen weiß. Der Film ist nämlich weltklasse - die Schauspieler sind weltklasse! Wirklich sehenswert das ganze, auch wenns vielleicht zum Schluss hin ein bisschen blutrünstig wird, aber das wirds ja in “Bube, Dame, König, Gras” auch.
So, nun werd ich mal weiterlernen!

Up and away

Ja heute sind es nur noch knapp 10 Tage bis zu meiner “Schlachtung”. Nein, so schlimm wird es hoffentlich nicht. Allerdings stehe ich auch schon unter Drogen, was nichts ungewöhnliches ist. Ich habe mir sagen lassen, dass diverse Komilitonen seinerzeit Magensäureblocker, Koffeintabletten und sogar Antidepressiva geschluckt hätten - so krass ist es bei mir noch nicht. Ich bewege mich gänzlich auf dem rezeptfreien Sektor. Ein guter Tip aus Pharmazeutenkreisen bewog mich, meinen im Moment spärlichen und darüberhinaus wenig erholsamen Nachtschlaf doch etwas zu tunen. Dies tat ich auch, allerdings hatte meine Apothekerin Recht, als sie mich vor dem “Hang over” am nächsten Tag warnte. Geschlafen habe ich tatsächlich wie ein Stein, allerdings war mit mir den ganzen nächsten Tag nichts anzufangen, weil mir ständig das Gesicht, speziell die Augenlider, eingeschlafen sind. Nun bin ich dann doch wieder bei Baldrian angelangt, den ich jetzt allerdings in höherer Dosis zuführe. Man muss ja auch mal was merken!
Nun denn. Belohnen muss sich der Mensch auch, und da ich dies zur Zeit mit Kleidung lieber nicht tun möchte auf Grund der nicht ganz akzeptablen Konfektionsgröße, muss meine Belohnung in Form von Verreisen erfolgen. Jaja, ich weiß. “Du warst doch erst auf Weltreise!”
Das “erst” ist ja nun auch schon ein paar Monate her, und es wird ja auch nicht schon wieder eine CO2-Schlacht wie beim letzten Mal. Diesmal gehts “nur” nach Venedig - wie romantisch! Und zwar beschenkt mich mein Männchen damit nach der schriftlichen Prüfung - 3 Tage Venedig, das darf ruhig drin sein. Das nächste Ei liegt aber auch schon gelegt im Nest - und zwar muss nach der schriftlichen Prüfung ja auch noch eine Durststrecke bis zum Mündlichen bewältigt werden. Wenn die Hürde geschafft ist….jalla jalla! Direkt danach, also Anfang Juni fahren der Jan und ich dann nämlich mal für 5 Tage rüber zu den Britannikern und zum Stohnhäntsch - ist zwar schon wieder extrem teuer, aber schön wirds sicher!
So, dies sind die Pläne. Jetzt muss nur noch das klappen, wofür ich mich mit diesen schönen Trips belohnen will *bibber*…

Nur noch wenige Tage

Ja lange ist es nicht mehr hin bis zum Tag X. Also bis zum ersten Tag X am 14. April, einem von drei Examenstagen - dann ist ja auch noch einmal Tag X an zwei Tagen Anfang Juni, wenn ich dann meine bislang “verkreuzten” verbalen Ausdruckmöglichkeiten noch mal voll ausschöpfen muss.
Und dann sollte es hoffentlich hoffentlich geschafft sein. Jetzt hab ich doch tatsächlich schon fast 3 Monate am Stück durchgelernt - das Beste daran ist, dass 90% davon schon vorbei sind, nochmal will ich das echt nicht machen müssen. So langsam muss ich nun allerdings auch Bachblüten-Rescue-Tropfen und Baldrian unter die Unmengen Kaffee, die ich momentan konsumiere, mischen. Man hat so eine unterschwellige Unruhe, es reicht sich den Tag der Prüfung vorzustellen, um eine Gänsehaut hervorzurufen. Und auch Magenschmerzen.
Nun, trotzdem verlasse ich gelegentlich sogar auch noch mal das Haus zu etwas anderem als dem Gang zur Bibliothek. Gestern zum Beispiel waren wir im Kino. Und der Film ist ein echter Schocker gewesen - nein, nicht der mit dem Bolzenschussgerät, ich meine den deutschen Film “Die Welle” nach dem Buch, das bei uns daheim schon seit Jahrzehnten im Regal steht. Schockierender Film - Jürgen Vogel macht seine Sache schon ganz gut. Unbedingt anschauen und gruseln.
So, jetzt muss ich mal wieder an die Arbeit.

Im Land der Träume

Müssig, zu erklären, warum ich hier so selten Bericht erstatte. Trotz der Eintönigkeit der Bücherstadt passieren doch tatsächlich hier und da noch Zufälle, die einem die Vielfalt bzw. den Irrsinn der Welt in einem neuen Licht präsentieren.
Folgendes ereignete sich nämlich gestern abend: Ich kreuzte auf meinem Computer, der auf meinem neuen Heimarbeitsplatz, dem Bügelbrett vor der Couch, stand, ein Rechtsmedizin-Examen. In jener speziellen Frage wollte man wissen, wieviel LSD denn für ein Rauscherlebnis von Nöten sei. Das wusste ich, nämlich nur wenige Mikrogramm - allerdings wollte ich das noch einmal mit dem World Wide Web abgleichen…Wikipedia macht ja für mich Examen. Jedenfalls, wenn man “LSD Dosis Trip” googelt, passieren lustige Dinge. Und zwar landete ich in einem Drogenforum bzw. in einem der Threads dort, wo sich ein junger Drogennutzer ausschweifend über die Gefahr niedriger LSD-Dosen ausläßt und ausführt, auf Grund welcher mannigfaltiger psychodelischer Erfahrungen er jetzt nur noch richtig hohe Dosen anwende.
Da wurde ich doch glatt neugierig und las mal weiter. Spätestens, als ein 50jähriger Forumsbesucher über seine frühen LSD-Gehversuche mit 17 und seine damals beginnende Passion für Mantra-Zen-Meditation in abgeschiedenen Bergen Bulgariens berichtete, war ich echt von den Socken, wie viele Schrauben Menschen locker haben können, ohne es zu merken.
In einem anderen Thread erzählt ein Junge unbekannten Alters (jedoch lässt sich mutmaßen, dass er die 18 noch nicht erreicht hatte, da er seine Hartdroge auf dem Schulhof erworben hatte) von seiner ersten Crack-Erfahrung.
An dieser Stelle sicherte ich mich auch noch mal bei Jan ab, dass es nicht illegal ist, so eine Seite zu besuchen und auch nicht einmal, etwas zu schreiben, so lange man nicht postet, wo man den Stoff gut kaufen kann.
Jedenfalls weiß ja jeder, dass LSD und Crack nicht unbedingt gesund sind, deshalb kann man die ja auch nicht einfach in der Drogerie kaufen.
Jetzt aber kommt der Hammer - beim Pharmakologielernen hatte ich schon irgendwo gelesen, dass es ein Medikament rezeptfrei gibt, das in der richtigen Dosis richtig ballert. Ich sag jetzt natürlich nicht welches Medikament das ist, sonst rennen morgen alle in die Apotheke und kaufen das!
In diesem Forum gab es dann nämlich einen Medikamenten-Treffpunkt, wo man sich dann über seine Valium, Fentanyl-Pflaster und Morphium Erfahrungen austauschen kann. Und da sind auch massenhaft Leute, die eben dieses frei erhältliche Medikament in größeren Mengen austesten.
Und es ist echt krass! Bei denen bewegen sich die Tapeten, irgendwelche Insekten in riesenhaften Dimensionen krabbeln um die rum, Pünktchen, Personen und andere Halluzinationen, für die eure Phantasie reicht.
Vollkommen abgefahren, dass man so was ohne Rezept kriegt! Vollkommen legal. Vollkommen bekloppt, es so zu verwenden, aber der Wunsch nach Rauschmomenten ist der Menschheit ja nicht unbedingt jetzt erst zugefallen. Feuerwasser, Coca, Schlafmohn - ist alles schon ewig da.
Aber die meisten Drogen sind halt doch - mal abgesehen vielleicht von Alkohol - nicht so einfach, so billig und vor allem so legal wie solche Tabletten zu kriegen. Ob das so ungefährlich ist, wenn ein “ungefährliches” Medikament einen Riesenspinnen sehen lässt..?
So, nun habe ich mir wieder etwas Sand aus meinen Lilalaunebärland-rosarote Brille-Augen gewischt und kann weiterlernen!

Aus der Stadt der 1000 Bücher

Tja, der letzte Eintrag ist noch aus Zeiten der frischen Urlaubsbräune. Sofern man bei mir von Bräune sprechen kann. Jetzt ist der “Spuk” erst 4 Wochen her, aber es fühlt sich für mich schon an, als wären wir seit Monaten bereits wieder zu Hause. Die Wiederankunft bestand ja fast nur aus Autofahren, Waschen und Ordnen. Am nächsten Tag klingelte für Jan um 4:20 Uhr wieder der Wecker und ich saß brav um 8 in der Bibliothek. Der Übergang war etwas abrupt, eigentlich hatte ich nach 2 Tagen schon wieder das Gefühl, ich wäre ewig nicht verreist.
Naja, Weihnachten war natürlich lerntechnisch nicht unbedingt ergiebig, und so kann man den 2. Januar als tatsächlichen Startpunkt des Lernmarathons bezeichnen. Dabei war ich in den letzten 4 Wochen auch schon wieder an 2 schönen Orten, die sich nicht in Hessen befinden. Einmal sind wir Alrun in Heidelberg besuchen gefahren, um uns dort Stadt und vor allem Weihnachtsmarkt anzuschauen. Ja und dann war ich letztes Wochenende auch noch mit Jan in Hamburg bei “könig der Löwen”, das war nämlich mein Weihnachtsgeschenk.
Das ist eine wirklich schöne Stadt - allein schon der Hafen und die Speicherstadt sind wirklich sehenswert. Das Musical ist natürlich auch sehenswert, allerdings wird das leider gerade abgebaut in Hamburg. Wohin dann die Kartons mit den ganzen Löwenkostümen geschickt werden, das weiß ich jetzt nicht. Jedenfalls sollte man nicht sonntags versuchen an den Landungbrücken einen Crepes mit Kinderschokolade zu erstehen, auf den man sich den ganzen Tag beim durch die Kälte Laufen gefreut hat, denn montags klappen die Hamburger schon um 3 die Bürgersteige hoch. Ein Fischbrötchen bei Nordsee ist das einzige, was man da kriegt.
Tsja, jetzt sitze ich natürlich auch in der Bibliothek. Ohne Internet könnte ich das nicht - zum Einen sind das die kleinen Zwischendurchpausen, zum Anderen beabsichtige ich mein Examen mit Wikipedia zu bestehen. Wenn ich irgendeinen Begriff nicht weiß, tipp ich den einfach bei Wikipedia ein, und schwups bin ich schlauer.
Möglicherweise lerne ich noch zu wenig - um 8 fange ich an und um 6 bin ich meistens daheim. Aber mehr geht einfach nicht rein. Ein bisschen Zeit geht für die Zwischendurchpausen und Mittagspause drauf, und dann natürlich muss die Zugfahrt noch abgezogen werden. Ja, denn ich hole das CO2 wieder rein, das ich durch meine Weltumfliegerei in die Atmosphäre geblasen habe, indem ich mein Studententicket durch die Nutzung der Bahn bis zum Anschlag ausreize. Das Ticket war auch diesmal besonders teuer so mit Studiengebühren, ne?
So, jetzt muss ich mich auch schon wieder den Kinderkrankheiten widmen…erstaunlich dass wir alle die Kindheit überhaupt überstanden haben!


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