Nini's Welt

Natur pur

Tja, manchmal passieren doch tatsächlich auch bei der momentan wetterlich bedingten Tristesse des Alltags noch witzige Sachen.
Mittwoch war ich in Lich bei Dani und ihren Polizeischneckchen. Die haben da wild einen drauf gemacht, nachdem sie mich in einer schwarzen Limousine durch das bewachte Tor geschmuggelt hatten. Unter anderem durfte ich an diesem Abend mein medizinisches Knowhow anhand diffiziler Fachfragen beweisen, die da beispielsweise lauteten: “Kann die ‘Mulle’ einschlafen?”. Vollkommen verwirrend wurde meine fachlich adäquate Frage “…ja einseitig oder beidseitig?!” aufgenommen und in der Gruppe mit der betroffenen Kollegin diskutiert. Zumindest konnte ich danach einen etwa halbstündigen Vortrag darüber halten, warum es möglich sei, dass die halbe Muschi einschlafen kann. Tja, damit beschätigt sich der Arm des Gesetzes also auch! Immerwieder gibt es Herausforderungen im Leben eines Medizinstudenten, soviel steht fest.
Als ich nun wieder in Marburg mein Fahrzeug abgestellt und das größte Stück Heimweg hinter mich gebracht hatte, hörte ich kurz vor meiner Wohnung Laute, die man durchaus als animalisches Geschrei deuten hätte können. Ich jedoch nahm an, dass es sich am wahrscheinlichsten doch um ein besoffenes männliches Wesen handeln müsste, dass – nach der Richtung der Laute zu schließen – irgendwo in meiner Straße sein Nest gebaut zu haben schien. Diese Vermutung stellt sich auch als richtig heraus.
Als ich um die Ecke kam, sah ich den Verursacher der tierischen Balzrufe – vor einem dem meinigen gegenüberliegenden Haus stand ein junger Kerl, dessen Hosen und Unterhosen auf seinen Knöcheln hingen. Seine übrigen Klamotten lagen um ihn verstreut im Schnee. Kurz – er war splitternackt, schrie gutural, hüpfte herum und schwenkte dabei sowohl Arme als auch Lenden wild. Den Adressat seines Paarungstanzes konnte ich beim Vorbeigehen nicht in einem der Fenster aussmachen, da ich meine Augen mit meiner Hand schützte. Nichtdestotrotz nahm ich ein schwingendes Etwas in der Peripherie meines Blickfeldes wahr, das mich veranlasste, noch leiser und schneller vorbeizugehen. Der kleine Exhibitionist ortete mich jedoch gleich und rief mir – natürlich weiterhin schwingend, schwenkend und hüpfend hinterher: “Halt! Nimm mich doch mit!”. Darauf hin gab ich ihm noch geschwind den Tip, er möge sich doch etwas anziehen, er würde sich so doch nur die Klöten verkühlen. Ja, und offensichtlich ist ihm dann auch aufgefallen, dass es nicht normal ist, nachts um drei nackig im Schnee rumzuschwenken mit irgendwelchen Körperteilen. Dann ist er nämlich verschwunden.
Nun, vielleicht konnte ich so wenigstens dazu beitragen, dass er sich keine Erfrierungen an für die Fortpflanzung essentiellen Organen geholt hat…

Freitag, 20. Januar 2006, 15:31 Uhr, abgelegt unter Allgemein.

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1 Kommentar

  1. ich sag’da nur: Ed von Schleck … hihi

    Kommentar von Anonymous – 01. Februar 2006 um 23:03

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