Nini’s Welt

Thank god, I`m going to be a doctor!

Hola chicos y chicas. Lange war ich verschollen, das liegt natürlich immer an meinen vollen Arbeitstagen. Weil mir der Stress mittlerweile aber schon wieder zu wenig ist, hab ich mir auch bereits die nächste Freizeitvertilgungsstrategie ausgedacht. Durch ein bisschen Glück konnte ich nämlich bei uns in der Klinik beim Osteoporose-Guru eine Doktorarbeit klarmachen, die ganz meinen Vorstellungen entspricht. Ich darf mich in Zukunft in Akten vergraben, bis ich von ihnen träume. Dann darf ich schrecklich viel ordnen, und dann darf ich am liebsten den ganzen Tag telefonieren mit den Leuten, die zu den Akten gehören. Ganz nach meinen Wünschen. Und wenn ich schnell bin, dann schaff ich das vielleicht auch noch im PJ, dann schaff ich es vielleicht auch noch Examen nächstes Jahr zu machen - und dann schaff ichs vielleicht auch, Ende nächsten Jahres Dr. Wetzel zu sein. Widerlich, gell? Ich finds auch zu krass, deshalb halt ich jetzt lieber mal die Bälle flach.
Nächste Woche bin ich erstmal wieder auf der Geburtsstation bei den Babys den süßen und ihren 15jährigen Müttern.

Die Nadel im Schweinebraten

Was soll das sein die Nadel im Schweinebraten? Tja, das werdet ihr euch zurecht fragen. Dabei ist es ganz einfach. Ich bin jetzt in der Diagnostik, das heißt zu uns kommen die Frauen, die zum Beispiel einen Knoten in Ihrer eigenen Brust getastet haben oder bei denen ein verdächtiges Areal per Röntgen aufgefallen ist. Wenn wir dann beispielsweise etwas eigenartigaussehendes im Ultraschall finden, dann stechen wir mit einer Hochgeschwindigkeitsnadel hinein unter Ultraschallsicht und holen auf diese Weise einen kleinen Zylinder Gewebe aus der Brust.
Tja, die meisten kennen Ultraschall nur als Graustufen, auf denen man so gut wie gar nichts erkennen kann. Richtig! Und deshalb muss man auch üben, einen umschriebenen Befund richtig im Gewebe einordnen zu können und dann auch noch zu treffen.
Zu Übungszwecken eignet sich neben einer echten Brust aber auch ein Stück Schweinebraten. Anstatt eines Tumors reicht auch eine Olive und für die Fortgeschrittenen eine Kaper beispielsweise. Ich weiß, Mediziner sind geradezu widerlich abgebrüht.
Jedenfalls versteckt dann einer die Olive bzw. Kaper im Schweinebraten, zieht dem Schweinebraten eine Haut aus Plastiktüte an und macht Ultraschallklibber drauf. Dann kuckt man im Ultraschall nach den Innereien des Schweinebratens. Dann setzt man die Stanze an, pikst rein und schießt die Nadel ab - die ist 100 km/h schnell, der Schweinebraten muss also nicht sehr leiden. Tja, und wenn man dann die Nadel wieder rauszieht, dann sieht der Stanzzylinder bestenfalls grün-rot-grün aus - sofern es sich um eine mit Paprika gefüllte Olive gehandelt hat. Mit der Kaper genauso - dann halt nur grün. Jedenfalls und das durfte ich üben - ich habe einen Schweinebraten gestanzt!
Neben diesem durchaus tollen Ereignis bin ich in der Diagnostik auch für die Nierenultraschalle zuständig. Allerdings bin ich schon froh, wenn auf meinen Ausdrucken nachher irgendwas Nierenähnliches zu sehen ist.
Da gefällts mir jedenfalls - endlich darf ich mal was machen.


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