Nini's Welt

Müde bin ich….

…geh nicht zur Ruh. Bin gerade zu schwach um noch großartig was zu schreiben. Bin totmüde aber zu faul, um vor 8 nochmal nach List zu fahren, wenn ich dann eh nach Rantum zum Bodo fahren muss. Das sind jetzt allerdings noch knapp 3 Stunden, die ich irgendwie totschlagen muss, was mich gerade überaus stresst.

Auf einkaufen gehen in Westerland hab ich auch irgendwie keine Lust, weil ich mir die schönen Sachen dort sowieso nicht leisten kann. Und 3 Stunden muss ich da auch nicht von Schaufenster zu Schaufenster laufen.

Jedenfalls hatte ich am Wochenende ein paar ganz nette Mädels im Zimmer – Sonja und Jutta. Leider sind die heute schon wieder ausgezogen – das hätte sonst echt noch nen Heidenspass gegeben. Wer weiß, was ich jetzt wieder für Baracken in meiner Bude habe, wenn ich später nach Hause komme.

Ansonsten dachte ich bis gerade eben, die Welt wird hier noch untergehen, weils hier sowas von runtergeschifft und gestürmt hat (ja Mami, 103km/h halte ich durchaus für realistisch). Heute morgen gabs Sonnenaufgang mit Platzregen und Gewitter – zumindest war das für ein schönes Foto gut.

Gestern war ja in der Wunderbar nochmal Englischer Abend – das heißt, mal ausnahmsweise keine Schlager – und es gab mehrere tolle Dinge dort. Zum einen wurde der Eimer mit Erdnüssen auf unserem Tisch ständig nachgefüllt, zum anderen war dort natürlich auch wieder der wunderschönste Mann des Universums zu bestaunen. Also das ist der temporale subjektiv schönste Mann im Universum, deshalb schickt mir das Angaffen ja wirklich voll und ganz, um einen schönen Abend zu haben. Darüberhinaus gab es da jetzt aber auch nicht wirklich irgendwas tolles, was ich hier berichten könnte.

Heute habe ich meine erste Kardioversion angeschaut – und ich hoffe inständig, dass der Arzt nur einen Scherz gemacht hat, als er sagte: “So, Sie finden das also interessant? Dann machen Sie das das nächste Mal, würde ich sagen.” Das wäre ja unverantwortlich, mir so einen Defibrillator-Dingsbums-Apparat in die Hände zu geben, nein? Für die Nichtmediziner: Bei Kardioversion versucht man elektrisch das Herz aus einem falschen Rythmus zu bringen, damit es neu im richtigen Rythmus “anspringen” kann. Und ich fand das mit dem Defibrillator ja schon ansatzweise Emergency-Room stylisch. Aber mich begeistern ja auch ein paar schwarze und graue Schatten auf einem Ultraschallmonitor, die dann eine Niere sein sollen. Naja, man soll sich ja auch an den kleinen Dingen freuen.

Ach, noch so ein kleines erfreuliches Ding: meine erste arterielle Blutgasanalyse hat geklappt. Schön.

Mittlerweile finde ich es schon fast wieder traurig, dass ich nächste Woche schon hier fertig bin, weil ich jetzt erst so richtig das Gefühl habe, dass ich so langsam mitkomme und etwas mehr verstehe. Ausserdem bin ich echt dankbar für die Gesellschaft von so vielen wirklich lockeren Leuten. Das habe ich in Marburg echt ziemlich vermisst, dass man mal so locker mit Leuten umgehen kann, wie das hier der Fall ist. Ich hoffe, dass ein paar der Bekanntschaften bestehen bleiben – und ich hoffe, dass ich daheim nicht wieder in das Alltags-Loch zurückstürze, aus dem ich mich gerade einigermaßen herausmanövriert habe. Dass manche Dinge einfach nicht so sehr von Belang sind, wie man sich aber hereinsteigern kann, wenn man nicht die genügende Distanz dazu hat. Von daher weiß ich nicht, ob ich wirklich schon an dem Tag zurückfahre, an dem ich hier das Praktikum beende – mal schauen. Das werde ich relativ kurzfristig entscheiden müssen.

So. Und jetzt werde ich mich mal in Bewegung setzen. Kann ja jetzt hier nicht noch ewig rumhocken…

Dienstag, 14. September 2004, 16:46 Uhr, abgelegt unter Sylt.

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2 Kommentare

  1. Ich würde mal sagen, pflege Deine Kontakte und komm, wenn Du`s leid bist wieder nach Hause. Ich verstehs.

    Kommentar von Anonymous – 15. September 2004 um 13:10

  2. Die Natur des Geistes ist so geartet, daß uns der Wechsel meist mehr Erholung schafft als die Ruhe.
    (Ernst Freiherr von Feuchtersleben)

    …sagte der Bruder der Schwester, auf daß sie verstünde, ihre Lehren und Schlüsse aus einer Zeit der Distanz von ihrem bisherigen Leben zu ziehen.

    Kommentar von Anonymous – 15. September 2004 um 14:19

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