Nini's Welt

Müde müde müde

So langsam habe ich echt eine sichere Beziehung zwischen mir und der Vene im allgemeinen aufgebaut – wir haben ein sehr spielerisches Verhältnis. Manchmal versucht sie sich vor mir zu verstecken und freut sich riesig, wenn ich sie nicht finde, aber dann fuchtel ich einfach ein bisschen in der Umgebung hin und her und schon habe ich sie. Und dann sind wir wieder vereint…hach wie romantisch unsere Beziehung doch ist!

Ich rede zwar nicht im Fieberwahn, aber ich bin sowas von totmüde gerade, dass bestimmte Hirnareale (z.B. das Anti-Schwall-Areal) bereits abgeschaltet haben. Ich bitte, mir das heute zu verzeihen.

Habe heute wie bereits farbenfroh umschrieben zehnmilliardenmal Blut abgenommen, immer (irgendwann nach bissi in der Haut rumsuchen) erfolgreich – und eben (und das in diesem Zustand) bekam ichs auch noch fertiggebracht, eine total tolle, perfekt sitzende Braunüle zu legen. Ich bin gerade über alle Maßen zufrieden zu mir, weil ich auch noch heute im Ultraschall allerhand schwarze, graue und weiße Flecken als verschiedene Strukturen erkennen konnte. Tja, mir genügen eben die kleinen Erfolgserlebnisse.

Heute abend gehen wir vielleicht zum Martin Video schauen, für irgendwas anderes fehlt mir echt gerade die Kraft und Lust. Vielleicht tue ich jetzt gleich noch mal was für meine Bildung und schaue in ein Buch. Gut, vielleicht auch nicht.

Müde bin ich….

…geh nicht zur Ruh. Bin gerade zu schwach um noch großartig was zu schreiben. Bin totmüde aber zu faul, um vor 8 nochmal nach List zu fahren, wenn ich dann eh nach Rantum zum Bodo fahren muss. Das sind jetzt allerdings noch knapp 3 Stunden, die ich irgendwie totschlagen muss, was mich gerade überaus stresst.

Auf einkaufen gehen in Westerland hab ich auch irgendwie keine Lust, weil ich mir die schönen Sachen dort sowieso nicht leisten kann. Und 3 Stunden muss ich da auch nicht von Schaufenster zu Schaufenster laufen.

Jedenfalls hatte ich am Wochenende ein paar ganz nette Mädels im Zimmer – Sonja und Jutta. Leider sind die heute schon wieder ausgezogen – das hätte sonst echt noch nen Heidenspass gegeben. Wer weiß, was ich jetzt wieder für Baracken in meiner Bude habe, wenn ich später nach Hause komme.

Ansonsten dachte ich bis gerade eben, die Welt wird hier noch untergehen, weils hier sowas von runtergeschifft und gestürmt hat (ja Mami, 103km/h halte ich durchaus für realistisch). Heute morgen gabs Sonnenaufgang mit Platzregen und Gewitter – zumindest war das für ein schönes Foto gut.

Gestern war ja in der Wunderbar nochmal Englischer Abend – das heißt, mal ausnahmsweise keine Schlager – und es gab mehrere tolle Dinge dort. Zum einen wurde der Eimer mit Erdnüssen auf unserem Tisch ständig nachgefüllt, zum anderen war dort natürlich auch wieder der wunderschönste Mann des Universums zu bestaunen. Also das ist der temporale subjektiv schönste Mann im Universum, deshalb schickt mir das Angaffen ja wirklich voll und ganz, um einen schönen Abend zu haben. Darüberhinaus gab es da jetzt aber auch nicht wirklich irgendwas tolles, was ich hier berichten könnte.

Heute habe ich meine erste Kardioversion angeschaut – und ich hoffe inständig, dass der Arzt nur einen Scherz gemacht hat, als er sagte: “So, Sie finden das also interessant? Dann machen Sie das das nächste Mal, würde ich sagen.” Das wäre ja unverantwortlich, mir so einen Defibrillator-Dingsbums-Apparat in die Hände zu geben, nein? Für die Nichtmediziner: Bei Kardioversion versucht man elektrisch das Herz aus einem falschen Rythmus zu bringen, damit es neu im richtigen Rythmus “anspringen” kann. Und ich fand das mit dem Defibrillator ja schon ansatzweise Emergency-Room stylisch. Aber mich begeistern ja auch ein paar schwarze und graue Schatten auf einem Ultraschallmonitor, die dann eine Niere sein sollen. Naja, man soll sich ja auch an den kleinen Dingen freuen.

Ach, noch so ein kleines erfreuliches Ding: meine erste arterielle Blutgasanalyse hat geklappt. Schön.

Mittlerweile finde ich es schon fast wieder traurig, dass ich nächste Woche schon hier fertig bin, weil ich jetzt erst so richtig das Gefühl habe, dass ich so langsam mitkomme und etwas mehr verstehe. Ausserdem bin ich echt dankbar für die Gesellschaft von so vielen wirklich lockeren Leuten. Das habe ich in Marburg echt ziemlich vermisst, dass man mal so locker mit Leuten umgehen kann, wie das hier der Fall ist. Ich hoffe, dass ein paar der Bekanntschaften bestehen bleiben – und ich hoffe, dass ich daheim nicht wieder in das Alltags-Loch zurückstürze, aus dem ich mich gerade einigermaßen herausmanövriert habe. Dass manche Dinge einfach nicht so sehr von Belang sind, wie man sich aber hereinsteigern kann, wenn man nicht die genügende Distanz dazu hat. Von daher weiß ich nicht, ob ich wirklich schon an dem Tag zurückfahre, an dem ich hier das Praktikum beende – mal schauen. Das werde ich relativ kurzfristig entscheiden müssen.

So. Und jetzt werde ich mich mal in Bewegung setzen. Kann ja jetzt hier nicht noch ewig rumhocken…

Nach dem Wochenende…

Am Freitag waren wir beim Martin in Tinnum grillen – ich bin zwar auf der Suche nach seinem Haus die halbe Insel abgefahren, aber gefunden hab ichs schließlich zum Glück doch. Ganz ein schnuckeliges Häuschen mit Terasse, wo wir dann nämlich auch lecker Lachs gegrillt haben. Der Bodo hatte so geile Parmesankartoffeln dabei, es gab Chips, Salat, Süssigkeiten….ach ich hab bestimmt mindestens 20 Kilo mehr auf den Hüften wenn ich wieder daheim bin. Dann sind wie nach 12 noch in die Klinik gefahren, um die Kathrin zu besuchen, die nämlich Nachtdienst und Geburtstag hatte. Ach und der Rene hatte ja auch Nachtdienst, und diese ganzen armen müden Menschen mussten mit Pudding und Süßkram versorgt werden.

Da lag ein Typ auf dem Flur, der sichs mit seinen 22 Jahren so dermaßen mit Valium, Ecstasy und Alkohol besorgt hat, dass er nackt in einem Strandkorb weggedämmert ist. Eltern – seid stolz auf mich – es hätte auch so enden können.

Samstag war doch nix mit Werbegeschenken, da haben wir halt nur ein Poster aus dem Flur geklaut, weil das so schön war. Mittagessen haben sie auch noch mal netterweise rausgerückt. Abends waren wir dann im Kino in “The village” – von wegen Horrorschocker – spart euch den, der ist zwar nett, aber dafür Geld auszugeben lohnt nicht. Danach waren wir nach einigem Hin und Her im Claudias – einer laut Nina “Schwofendisco”, worunter ich mir gar nichts vorstellen konnte. Das Logo dieses Ladens ist ein Konterfeit einer Frau, die aussieht wie eine Mischung aus Udo Lindenberg und Karl Lagerfeld. Ein Laden, wo man an der Tür klingeln muss, damit man von einem langhaarigen Typ im Mafiastyle eingelassen wird. Hinter der Theke steht dann Claudia und sieht genauso aus wie das Logo des Ladens – aber wirklich ganz genauso. Schwarzer Lindenberg-Hut, schwarze Jacke und Rollkragenpullover mit einer Goldkette aus den Buchstaben “C-L-A-U-D-I-A”, schwarzer Rock mit schwarzen Pömps – nur dass Claudia einen ultratiefen Männerbass hatte, was daran gelegen haben dürfte, dass Claudia zumindest biologisch ein Mann ist. Nun ja, ein paar Korsette-tragende Tunten mit roten Pömps waren ja auch da – und es lief tatsächlich richtig gute 80er Seichtmusik. Und es gab die obligatorische Pornobedienung hinter der Theke, die meiner Vorstellung einer Puffmutter sowas von nahe kam…

Dummerweise war die Dichte an fetten, notgeilen Geldsäcken etwas hoch, und Claudia machte den Fehler auf Schlager umzuschwenken. Das führte zu unserem Verlassen des Ladens.

Wir waren noch beim Mac, aber in die Wunderbar wollte keiner mehr, weils da zu voll war – obwohl…der wunderschönste Mann der Welt arbeitete dort wieder Samstag…die Verlockung war schon groß…

Gestern, also Sonntag hat es nur geschifft. Und wir hatten mindestens Windstärke 8 oder so. Jetzt habe ich aber ganz nette Zimmergenossinnen, eine Sonja und eine Ärztin aus Freising…

Werde hier gerade zur Arbeit genötigt…

Nachtrag

Nur noch schnell eine Begebenheit des heutigen Nachmittages – es ereignete sich auf einem Parkplatz. Eine schicksige, postklimakteriale, vermutlich fahrunfähige, “Mein fetter vor Geld stinkender Ehemann hat ein Haus in Kampen”-Schabracke mit ihrer noch viel schabrackigeren Mutter stieg aus ihrem offenen CLK – natürlich offen, denn dafür trägt Frau ja schließlich diese potthässlichen Leder-RalphLauren-Baseball-Kappies. Diese Torte kaufte einen Parkschein und schaffte es tatsächlich, diesen statt hinter die Windschutzscheibe durch einen Lüftungsschlitz in die Motorhaube zu befördern – komisch – wie kann sowas nur passieren, wenn man bei Windstärke 5 einen Parkschein hinter die Scheibe eines offenen Cabrios legen will?! Anstatt einfach mal die blöde Motorhaube aufzumachen und zu schauen, ob das Teil noch zu finden ist – Mordsgeschrei und schließlich schnell die Ãœbereinkunft einfach einen neuen zu kaufen. Die Tante wusste wahrscheinlich noch nicht mal, wo ihre Motorhaube aufgeht.

Was gibt es hier nur für fehlgesteuerte Menschen…

Das Ende der Woche naht….

Nachdem ich so gut wie keinen Protest gegen meine Einschätzung des Verlassenwordenseins erhalten habe, gehe ich davon aus, dass ich vollkommen recht hatte – alle sind froh, dass ich weg bin. Schön. Es möge sich die Erde auftun und mich verschlucken.

Wie auch immer – für die wenigen treuen Seelen trotzallem der Bericht. Gestern habe ich mit Mrs. Power-Heidelbergerin einen Sixpack platt gemacht, und wir mussten uns von so einem pseudo-intelligenten, pseudo-weltgewandten Lehrer vollschwafeln lassen. Was sich vermutlich auch nur durch das Bier ertragen ließ. Nun ja, trotz wunderschönem Sternenhimmel, irgendwann waren wir müde, und die Verabschiedung von der Heidelberg-Fraktion musste durchgeführt werden.

Hätte ich doch nur mehr Bier gekauft! Denn wäre ich besoffener gewesen, dann wäre ich vielleicht auch trotz dem, was mich in meinem Zimmer erwartete, schnell und friedlich eingeschlummert. Dort nämlich war um 11 Uhr keineswegs Schlafenszeit angesagt, obwohl schon 2 neu hinzugekommene Frauen im Bett lagen und keinen Mucks mehr von sich gegeben haben. Die drei Barbie-Schicksis waren nämlich gerade eben erst auf dem Weg in die Dusche – und gepackt hatten die auch noch keinen Strich. Um 12 habe ich wegen einem kurz bevorstehenden Tobsuchtsanfall (leise unterhalten oder leise packen ging bei den Törtchen ja nicht scheinbar) mal vorsichtig nachgefragt, wann denn die Absicht bestünde, dass das Licht ausgehe, weil es hier Leute gäbe, die früh aufstehen müssten. AAAAaaaa – viel zu viel Konjuktiv für mich, bin doch keine Juristin! Nun ja, jedenfalls kam dann die Antwort “Tja, keine Ahnung…” – worauf ich (um kein Blutbad anzurichten) umgehend das Zimmer verlassen musste.

Keine Ahnung, jedenfalls lag ich irgendwann wieder im Bett und war so müde, dass ich scheinbar irgendwann eingeschlafen bin. Und heute morgen war ich extra laut. So. Hoffentlich sind sie alle wach geworden.

Jetzt hab ich den ganzen Tag schon einen riesigen Hals, weil hier extreme Grüppchenbildung stattfindet im Moment, auf meine Kosten – zumindest empfinde ich das so. Hier passiert auch nichts Aufregendes – die 100. Koloskopie, die 200. Gastroskopie, eine Frau mit Atemnot auf die Intensiv, Stechen und Treffen oder auch nicht, Mittagessen, doofe andere Praktikanten……..als so weiter. Werde mal auf Visite mitgehen jetzt.

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Angkor mit obligatorischem Mönch Eines von vielen...

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